Donnerstag, 18. Februar 2010

In der Warteschleife

Dies wird der letzte Eintrag im Blog "Das Arbeits_Los".
Es ging mir darum, meine Erfahrungen auf Jobsuche im vielbeschworenen "Krisenjahr 2009" niederzuschreiben, und letztendlich ging es mir sicherlich auch um ein "Happy End".


Zusammenfassend wäre also zu berichten:

- Ich habe mich auf etwa 120 Stellenangeote beworben, mein Profil an unzählige Personalvermittler geschickt, kontinuierlich mein Netzwerk erweitert, mich dabei stets zwischen Hoffen und Bangen bewegt und versucht, meine positive Einstellung und meinen Humor nicht zu verlieren.

- Ich hatte ein paar, neun oder zehn, Bewerbungsgespräche bei sogenannten Personalvermittlern, die alle mit der vollmundigen Ansage "Ich könnte Sie mir sehr gut bei unserem Kunden XY vorstellen. Da würden Sie super hinpassen." begannen und in einem lapidaren "Wir melden uns." endeten. Selbstverständlich habe ich regelmäßig hier und dort immer wieder nachgehakt, wurde dann aber lediglich in eine neue Warteschleife gepackt und verharre seitdem in einer solchen. Was sonst soll ich tun.

- Ich wurde von einer Handvoll Firmen zum Gespräch eingeladen. Meistens lief es gut, jedenfalls wurde mir gespiegelt, dass man meine Fähigkeiten, meinen Ehrgeiz zur kontinuierlichen Weiterbildung und auch noch mich als Person schätzt. Zuletzt kam ich bei einem Unternehmen sogar in die zweite Runde, scheiterte dann aber an einem Kandidaten, der über Branchenkenntnisse verfügte, die ich nicht mitbringen konnte. Es wäre ja auch zu schön gewesen.

- Was die arbeitslose Zeit, das ewige Bangen und Hoffen, mit mir als Privatperson gemacht hat, ich mit mir habe anstellen lassen, will ich an dieser Stelle nicht ausbreiten, obgleich es sicherlich auch in diese Art Erfahrungsbericht gehört.

Nun, es verbleiben mir noch knappe fünf Wochen bis Hartz IV. Äh, nein, bis ich in irgendeinem Call Center, einer Bäckerei und/oder einem Solarium und/oder an einer Tankstelle jobben werde, um einigermaßen über die Runden zu kommen. Hätte ich das alles vorher gewusst, im April 2009 vielleicht, hätte ich die Zeit anders verbracht, hundertprozentig.

Am schlimmsten ist dieser kräftezehrende Mix aus Hoffnungen, die geschürt werden von Personalervermittlern, die nur an ihre Kopfprämie denken und den Menschen hinter dem/der Berufstätigen vergessen, und dem Umgang mit der kontinuierlichen Enttäuschung. Fun_employment mag für andere Menschen funktionieren. Für mich hat es das, leider, nicht.

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