Freitag, 22. Mai 2009

Say it in English, please.

Fast zwei Monate sind vergangen. Fast zwei Monate ohne Arbeit, aber mit viel Beschäftigung.

Seit der letzten April-Dekade besuche ich einen Kurs in Business English. Das ganze Spektakel ist auf 8 Level à 3 Wochen verteilt, wobei man mich bei Level 6 (oberes Konversationslevel) eingestuft hatte. Ganz schön gewagt, denke ich, stelle jedoch inzwischen fest, dass auch zwanzig Jahre nach dem Abitur, das ich u. a. in Englisch absolvierte, noch erstaunlich viele Vokabeln und grammatikalische Regeln in meinem Kopf verblieben sind. Allein, mir fehlt die Sprachpraxis.

Schon nach der zweiten Woche von Level 6 traue ich mir zu, mich auf Jobs zu bewerben, in denen explizit Englischkenntnisse gefordert werden und fühle mich wie eine Heldin.

Apropos: Jobs. Welcher Teufel hat mich eigentlich geritten, meiner Arbeitsvermittlerin zu unterschreiben, dass ich monatlich fünfzehn Bewerbungen versenden werde? Ich meine, ich würde ja, wenn man mich ließe, aber...

Entweder man sucht eine Marketingassistentin, obwohl man eigentlich eine Vertriebsassistentin will, oder man setzt die Anforderungen dermaßen hoch an (exzellentes Hochschulstudium BWL, Schwerpunkt Marketing), dass von Vorherein klar ist, dass hier zwar Fachkenntniss gefragt ist, aber man eigentlich nur sagen will, dass man doch eher jemanden sucht, der/die noch keine 30 ist bzw. dass sich Leute über 40 die Bewerbung sparen können.

Wir sind zu acht in unserem Englischkurs, und wenn nicht einer von uns mittlerweile eine neue Stelle gefunden hätte (als Lagerleiter), bekäme ich langsam Panik. Denn die Gespräche, zu denen wir insgesamt in den vergangenen vier Wochen eingeladen worden sind, kann man an einer Hand abzählen. Dabei sind alle qualifiziert, bemüht, etwas Neues zu finden, kennen die Regeln, die für schriftliche Bewerbungen gelten und wollen wirklich arbeiten. Aber kaum jemand erhält etwas mehr als die standardisierte Absage, deren Text ich nun schon fast im Schlaf aufsagen kann...

Aber alles Jammern und Verzagen hilft nicht. Ich mache mich auf die Suche nach einer beruflichen Alternative.

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