Montag, 30. März 2009

Was bisher geschah...

Große Mädchen weinen nicht.

Nach sieben langen, doofen Monaten ohne Job nahm ich im Februar 2008 das Vermittlungsangebot der Bundesagentur für Arbeit als rettenden Anker wahr und setzte alles in diese eine Bewerbung. Wenn es jetzt nicht klappt, wann - bitte - dann?

Wenige Tage später saß ich meinen zukünftigen Vorgesetzten gegenüber, noch ein paar Tage später erhielt ich telefonisch die Zusage. Meine Freude wurde zwar ein wenig getrübt, weil das Gehalt schlappe tausend Euro geringer ausfiel als das, was ich in meinem vorigen Job erhielt. Aber, Zähne zusammenbeißen, das hier ist Arbeit, es geht weiter, es geht voran.

Genau ein Jahr später - Frühjahr 2009 - sitze ich hier, wieder ohne Job, weil der Einjahresvertrag nicht verlängert wurde, und halte Rückschau auf das, was sich geändert hat:

1. Ich bin in einen wunderbaren Stadtteil umgezogen.
2. Ich lebe in einer erfüllenden Partnerschaft.
3. Es wird Frühling, und ich habe frei.

Außerdem habe ich vor fünf Minuten ein Fernstudium zu Ende gebracht, das ich neben dem Job absolviert habe, und meine berufliche Weiterbildung schreitet auch jetzt noch großzügig voran: In drei Wochen beginnt mein Sprachkurs "Business English", sponsored by Arbeitsagentur.

Die 15 Bewerbungen, die ich meiner Arbeitsvermittlerin monatlich nachzuweisen habe, diverse Jobbörsen, die es zu durchforsten gilt, eine bevorstehende, klitzekleine OP, Englisch-Vokabeln und meine Steuerklärung werden die nächsten Wochen wie im Flug vorbeiziehen lassen.

Das Einzige, was mich ein wenig verunsichert, ist die Antwort auf die Frage, was ich mehr fürchte: die Vollnarkose oder den Tag, an dem ich feststelle, dass sich das vielbeschworene Krisenjahr 2009 auf mein Leben doch heftiger auswirkt als angenommen.

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